Historie Käfer

Begonnen hat alles 1984 mit meinem Führerschein-Käfer (1303 S), den ich von meinen Eltern geschenkt bekam.

Optisch super, allerdings stellte sich im Winter 84/85 heraus, dass es sich um einen Blender handelte: Heizungsholme quasi nicht mehr vorhanden, Rahmenkopf durchgerostet. Kurzerhand kaufte ich nach der Abi-Prüfung im Febr. 1985 einen Rahmenspender für DM 300,-, der sich nach der Zerlegung als die bessere Basis entpuppte.

Zusammen mit meinen Freunden – allen voran René, der auch heute noch maßgeblichen Einfluss auf die Performance des Käfers hat und die tollen Videos und diese Homepage verursacht hat – bauten wir im Vorgarten meiner Oma meinen Käfer.

Pünktlich zur Einberufung des Grundwehrdienstes war er fertiggestellt. Angetrieben von einen frisierten 1,6 l-Motor mit ca. 70 PS (zwei Einfachvergasern und den üblichen Modifikationen) machten wir die Straßen unsicher – bis der Motor seinen Geist aufgab. Nach vielen Versuchen und noch mehr Misserfolgen beschloss ich 1986 einen 2,0 l-Motor auf Typ 4-Basis einzubauen.

Hierbei lernte ich Herrn Wilke von Wilke Motorenbau in Köln kennen. Im Winter 1986/87 beschlossen wir, die Käfertuning-Scene zu bereichern und legten ein komplettes Typ-4-Motorenprogramm für Käfer auf (welches weiterentwickelt heute noch erhältlich ist) und begannen mit meinem Käfer und ab 1988 mit einem optisch und technisch eng verwandten VW 1200 mit 2,4 l-Motor (186 PS) an Käfer-Veranstaltungen teilzunehmen (1303: Losheim 1987, Heidbergring 1987 – 1200: München Regattagelände 1988, Hockenhein Drag-Racing 1988 und zahlreiche Käfertreffen, Slaloms etc.) und holten bereits in den ersten Jahren einige Pokale.

-> Bilder Motorsport 1987/88

Insbesondere der Sieg des Public-Race-Cups 1989 (Drag-Racing-Meisterschaft der straßennahen Fahrzeuge) war für uns ein Rieserfolg, da wir uns gegen amerikanische PS-Monster und sämtliche europäischen Sportwagen behauptet hatten. Es bildete sich zu dieser Zeit das W-Team, eine Gruppe Käferbegeisteter, die fortan bei allen Veranstaltungen in roten T-Shirts mit rotem VW-Bus (Typ 3 Doppelkabine) erschienen.

Uns war jedoch klar, dass wir mehr Power brauchten und entwickelten einen 2,7 l Typ 4-Motor mit 220 PS. Diese Leistung war 1990 spitze (und ist gemessen am geringen technischen Aufwand auch heute noch konkurrenzfähig). Im Public-Race-Cup 1990 haben wir dann auch einen neuen Rekord aufgestellt, der auf Straßenreifen lange Bestand hatte: Der Käfer beschleunigte in 12,03 s. auf die Viertelmeile auf 180 Km/h.

Auch die Presse wurde aufmerksam …

1990 Artikel “Jäger 90″

1990 Artikel PR-Cup-Gewinner 1989

Bedingt durch mein Studium und dem drohenden Berufsbeginn entschloss ich mich, mein zeitraubendes Hobby Ende 1990 stark einzuschränken und  den VW 1200 zu verkaufen – allerdings ohne Motor und Getriebe.

Ab 1992 hatte ich meinen VW 1303 dann nicht mehr als Alltagsauto eingesetzt und ihn nach und nach mit den ausgedienten Rennteilen aus dem VW 1200 aufgerüstet.

1993 Gross Dölln 1992

1993 Steckbrief

Es folgten die üblichen Berufs- und Familiengründungsjahre mit geringen Käfer-Aktivitäten.

1995 Speed am Ring

1999 habe ich den Käfer dann optisch wieder auf Serie umgebaut, da ich in der Youngtimer-Scene teilnehmen wollte. Einfache Youngtimer-Treffen waren mir dann aber schnell zu langweilig und der Käfer stand wieder in der Garage und ich lag im Garten ….

2004 kann der rettende Anruf eines Freundes: Ob ich nicht mal wieder auf dem wiederbelebten Käfertreffen auf dem Heidbergring (reiner Trackday, da Rennen nicht mehr erlaubt sind) teilnehmen wollte. Klar wollte ich! Zumal er mich mit einem seit Jahren offenden Vergleich herausforderte.  Nach einem kurzen Check war mein Käfer einsatzbereit. Schnell noch Uralt-Slicks aufgezogen und ab ging´s.

Das Ergebnis konnte besser nicht ausfallen: Tagesbestzeit: 41,2 s. Er nahm es sportlich, wir hatten nach über 10 Jahren endlich unserem subjektiven “Verbal-Stammtisch-Rennen” ein objektives Ergebnis entgegenzusetzten.

Seitdem sind wir regelmäßig auf dem Heidbergring gefahren. Der Käfer wurde jedes Jahr weiterentwickelt. Leider sind dort aber die Lautstärkebegrenzung jedes Jahr strenger geworden bzw. strenger kontrolliert worden, so dass ich 2010 trotz massiver Investitionen (neue Auspuffanlage, Zentralluftfilter etc.) die 93 dB auf der Geraden nur mit Halbgas einhalten konnte.

Zwischenzeitlich bin ich auch Slalom in Bitburg mit dem Pistenclubs gefahren. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. 2007 konnte mein Käfer gegen viele Porsche, Opel Speedster, BMW M3 etc.  die Tagesbestzeit für sich verbuchen. (->Bilder). Leider durfte dort ab 2008 nur mit teilbewässerter Strecke wegen der lauten quietschenden Reifen gefahren werden… Schon wieder das Lärmthema, welches einen ausbremste!

Entsprechen frustriert beschloss ich, einen weiteren Versuch für eine Betätigungsfeld meines Käfers zu suchen.

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